Heidi Klum (Foto: John Griffiths, licensed under cc)

Heidi Klum (Foto: John Griffiths, licensed under creative commons)

Heidi Samuel, besser und geschäftlich bekannt als Heidi Klum ist eine knallharte Geschäftsfrau. Nicht alle lieben Heidi, nicht einmal im Heidiland: Im Schweizer Tagesanzeiger erschien der Artikel „Warum man Heidi Klum hassen muss„, in dem die Autorin Bettina Weber nicht gerade zimperlich mit der Jurorin ins Gericht geht. Im Mamablog erschien der Artikel „Wir spielen Heidi Klum„, in dem Nicole Althaus über pädagogisch-zweifelhafte Einflüsse von Castingshows auf vorpubertäre Mädchen berichtet.

Vor kurzem gerieten Details der Verträge mit den Model-Aspirantinnen ans Tageslicht, die weder ProSieben noch Heidi Klum sonderlich gut aussehen lassen. So berichtete bild.de über „Knebelverträge“ und Abschöpfung von 40 Prozent aller Gagen durch ProSieben. Pikant: Die Firma von Heidi Klums Vater kassiere ebenfalls ab. Ein Arbeitsrechtler nennt die Verträge sittenwidrig, so berichtet das Rechtsblog art-lawyer.de . Die 2007er-Finalistin Hana Nitsche entschlüpfte so dem engen Vertragskorsett. Sittenwidrig darf man nicht mit unsittlich verwechseln.

Handelt es sich hier um eine Form moderner Zuhälterei? Wohl kaum, denn hier wird ja keine Notlage von Prostituierten ausgenutzt. Und die  „Topmodels“ werden zu keinen sexuellen Leistungen gezwungen.

Übrigens: Die Bewerbungsfrist für die 2010er-Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ läuft bereits, das Anmeldeformular gibt es hier. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre und es wird u.a. gefragt „Kannst du dir von Mitte Januar bis Ende April 2010 durchgehend freinehmen?“.

In der (obligatorischen) Einverständniserklärung verzichtet man auf so viele Rechte, dass sich die Frage stellt, ob ProSieben etwas aus dem Fall Nitsche gelernt hat:

Gleichzeitig räume ich der (…) -Produktions GmbH und ProSieben Television GmbH an den
an gefertigten Ton- und/oder Bildaufnahmen und an jeder daraus
resultierenden Fernseh- oder sonstigen Produktion, insbesondere
auch Tonträgerproduktionen, gleich welchen Inhalts
und gleich welcher Zweckbestimmung
, ebenfalls unentgeltlich
alle bei dem/der Unter zeichnenden entstehenden oder entstandenen
urheberrechtlichen Nutzungs-, Leistungsschutz-,
Persönlichkeits- oder sonstigen Rechte (z.B
. Merchandising,
Drucknebenrechte, Online-/Internetrechte) einschließlich des
Rechts am eigenen Bild sowie des Namensschutzes und aller
Nutzungsrechte
hieran ausschließlich ein. Dies gilt auch für
die von mir eingesandten und/oder mitgebrachten Bild- und
Tonmaterialien. Der/Die Unterzeichnende verzichtet (…) auf die Geltendmachung
von Ansprüchen im Wege der einstweiligen Verfügung oder des
Arrestes sowie auf Zahlungsansprüche jeglicher Art.

Doch das können und werden wohl nur Juristen beurteilen ….

Egal, die neue Staffel wird kommen, ob es uns passt – oder nicht. Darüber freuen wir uns, denn dann haben wir wieder was zu berichten.
Über die Klum’schen Qualitäten oder deren Fehlen haben wir uns ja schon mal hier ausgelassen. Das kam so gut an, dass mattschiibe.ch sogar in der Bravo zitiert wurde.