Was X-Factor erfreulich von anderen Casting-Shows unterscheidet ist, dass es erfreulich unpeinlich daherkommt. Die Zutaten sind ähnlich wie anderswo, aber Fremdschämen kann man sich anderswo besser und öfter. Die Jury besitzt Sachverstand und ist mit Herzblut und nicht nur mit dem Geldbeutel bei der Sache. Sogar der Moderator macht seine Sache gut, ebenfalls unpeinlich. Schön. Geht doch. Die Kandidaten können was und sind, ja, richtig geraten: unpeinlich.
Bei der ersten Live Show hing die Entscheidung an Sarah Connor, und die schickte LaFamille nach Hause. Auch wenn manche in ihren Kommentaren auf Sarah Connors Facebook-Wall an Connors Entscheidung mäkeln, rein musikalisch geht die Entscheidung für mich in Ordnung. Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Alle Videos der Live-Show bei RTL.de VOX.de

Mein dicker Favorit, und das ist jetzt keine kalauerhafte Anspielung auf die vier barocken Klangkörper, ist übrigens: Big Soul. Bei deren Vortrag bekam ich fast „Gänsepeter“; eine gute Gelegenheit, um diese schöne Wortschöpfung von MousseT auf die Allgemeinheit loszulassen. Die dazugehörige Geste, der sich aufstellenden Armbehaarung, sollte man sich allerdings gleichzeitig dazu denken, sonst ist es nicht lustig und klingt wie eine Krankheit. Mal schauen, ob’s so bleibt. Kommenden Dienstag um 20.15 geht’s weiter.

Und, damit es hier nicht so nach Buchstabenwüste aussieht, poste ich noch „The world’s smallest stop-motion animation character shot“ von Aardman, das hat zwar auf den ersten Blick mit Castingshows wenig zu tun, hat aber auf jeden Fall den X-Factor:
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