Die deutsche Castingshow «The Voice of Germany» punktet mit steigenden Quoten. Es sieht so aus, als ob das Bohlens Pöbel-Format «DSDS» langsam abhalftert. Das Publikum hat offensichtlich Lust auf richtige Talente, Juroren und starke musikalische Darbietungen.

Die zweite Stufe, die sogenannte Battle-Phase, ist vorbei. Die Coaches mussten ihre Teams auf sechs Voices herunterdampfen. Eine schwierige Übung, denn in der nächsten Phase, den Live-Shows zählt nicht allein das Talent, sondern ob die Hoffnungsträger auch das TV-Publikum zum Anrufen motivieren können.

Seit den Blind-Auditions über die Battle-Phase blieb die Spannung hoch und auch viele Talente auf der Strecke. Manche letztendlich nur deswegen, weil die Zahl der Kandidaten begrenzt werden muss. Manche Entscheidungen der Coaches sind klar und offensichtlich, bei anderen führt der Zufall Regie und Schicksal. Und Naidoo vermittelt auf jeden Fall den Anschein der höchsten Kompetenz im Juroren-Team. In der letzten Battle-Sendung musste Naidoo zwei von drei Kandidaten heimschicken (Patricia Meeden vs. Mic Donet vs. Dilan Koshnaw), deren Talent «für eine Staffel anderer Castingformate» (O-Ton Naidoo) gereicht hätte. Nach eigenem Bekunden, entschied sich Xavier alias «Dr. Ton» erst mit der Hand auf dem Buzzer, wen er favorisierte. Es war übrigens Mic Donet. Pech für die Musicalsängerin Patricia Meeden, die durch grosse Stimme, sympathisches Wesen und dreckige Lache glänzte und die hübsche Exilantin Dilan Koshaw, die im Battle wohl ihre beste Vorstellung gab und sich nicht vor den beiden anderen verstecken musste.
Frau Kerner, besser bekannt als Nena, bekommt «deutliche Signale», kann Teilnehmer spüren oder auch nicht. Und auch sonst fehlen ihr oft die Worte, um ihre Entscheidungen für andere nachvollziehbar zu machen. Auch ihre Sitztanzeinlagen sind nicht über jeden Zweifel erhaben. In den Blind-Auditions profitierte sie klar von ihrem Nimbus, der ihr einige starke Sänger(innen) auf ihrem Ponyhof spülte, der durch den hohen Frauenanteil fast eher einer Chickenfarm gleicht.
Rea Garvey, der im Augenblick als Solosänger ohne «Reamon» Alben verkaufen will, ist sehr sympathisch. Dass er eine der stärksten Stimmen des Wettbewerbs nach Hause schickte, wird für Erleichterung bei seinen Mitjuroren gesorgt haben. Aber wie er sagt „Ich bin der Beste. Kann ich das sagen?“. Klar, kann er, sagt ja sonst niemand.
Was die beiden Bosshoss als Coaches drauf haben, weiss man noch nicht genau. Sympathieträger sind sie allemal, und ein paar tolle Talente haben sie auf jeden Fall.

Am 5.1.12 noch einmal donnerstags auf ProSieben, dann nur noch freitags bei Sat1. Auf dem Donnerstagssendeplatz wird ab 12.1. nach der deutschen ESC-Hoffnung bei «Unser Star für Baku» gefahndet.

Die starke Einbindung von The Voice of Germany @ Twitter und Facebook fällt auf. Ausser Xavier Naidoo haben alle Juroren ein Twitterkonto, auch viele Kandidaten sind dort aktiv, wobei einige Kanäle wohl eher von ProSieben/Sat1 befeuert werden:
@nenaofficial @reagarvey @thebosshoss

Gewinner ist auf jeden Fall bisher der Zuschauer.

 

Battle Rüdiger Skoczowsky vs. Giovanni Costello  – „What a wonderful World“
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Battle Stefan Zielasko vs Rino Galioano – „Jesus to a child“
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Battle Yasmina Hunziker vs Ernie und Lela – „Bring me to Live“
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Patricia Meeden vs. Mic Donet vs. Dilan Koshnaw – „Man’s World“
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